Thema des Monats





Motive
Zusammengestellt aus TL von Annegret Liebig Februar 2017

Liebe Tempelgeschwister, liebe Freunde,

„Wenn der Mensch … versteht, dass er in Wirklichkeit bei jedem Willensakt die göttliche Essenz benutzt, wie unbedeutend im Augenblick auch die Tat erscheinen mag, so wird ihn, ist er ein normaler Mensch, die Größe, die göttliche Schönheit und Heiligkeit seiner Aufgabe auf Erden mit Ehrfurcht erfüllen, und er wird sich vornehmen, in Übereinstimmung mit dem Gesetz seines Seins statt gegen dasselbe zu wirken. Seine Handlungen werden nun aus höheren MOTIVEN hervorgehen, und eine feste Entschlusskraft wird ihn beherrschen; er fühlt sich nun verwandt mit allen Geschöpfen; das Leben bietet ihm weit höhere und erstrebenswertere Ideale, als sie ihm früher vorschwebten und teilweise oder ganz von ihm verwirklicht wurden. Seine frühere egoistische Auffassung von seiner eigenen Bedeutung wird allmählich verschwinden, sobald ihm die Bedeutung jeder Lebensphase stärker bewusst wird.“ (TL B. 4, Nr. 144, „Nur ein Wille“, S. 535/6)

Wie kennen wir das! Wir nehmen uns vor, nach diesem Gesetz, diesem Ideal zu leben und stellen fest, dass sich scheinbar alles gegen uns verschworen hat. Wir erkennen, dass „keine positive Kraft der niederen Natur erweckt werden kann, ohne auch ihren negativen Aspekt wachzurufen. Das Bewusstsein muss ein gewisses Gleichgewicht, einen neutralen Zustand auf jeder Ebene und in jeder Erscheinung des Lebens erlangt haben, ehe es sich auf jener Daseinsebene in jenem Zustand oder jener Lebenserscheinung mit Kraft und Sicherheit halten kann.“ (TL B. 1, Nr. 3, „Die Kraft der Bejahung“, S.10/11)

Doch wie erreichen wir diesen Zustand? Wie überwinden wir mit der Zeit den negativen Aspekt?
„Gemeinhin“, so wird uns gesagt, „beachtet ihr nicht die ungeheure Macht der Autosuggestion. Habt ihr jedoch einmal erkannt, wie fragwürdig eure Beweggründe in den meisten Fällen sind, so sucht den Wunsch hinter dem MOTIV! Ist der Wunsch selbstsüchtig, unreif oder missgestaltet, sprecht zu ihm mit der ganzen konzentrierten Willenskraft, deren ihr fähig seid, und sagt:
„Ich wünsche diese Sache nicht,
wenn mein Gemüt oder mein Körper es auch wünschen mag.
Es ist nicht im Einklang mit dem universellen Gesetz,
also ist es auch nicht wirklich mein Wunsch.“

Wenn ihr das oft genug und mit genügender Eindringlichkeit tut, werdet ihr eines Tages finden, dass der betreffende Wunsch zusammenschrumpft und vergeht. Ihr werdet euch dann frei von ihm wissen und einen höheren Wunsch an seiner Stelle finden.
Bei der Selbstprüfung wird das entdeckte MOTIV für die Ausführung oder Unterlassung einer Handlung ein Wegweiser sein und den dahinter stehenden Wunsch erkennen lassen. Wenn die in eurem Gemüt verbliebenen mentalen Ablagerungen beim Betrachten eines Wunsches so aktiv und hartnäckig werden, dass ihr euch schwer von ihnen freimachen könnt, dann widersteht ihnen nicht weiter – erfüllt euer Gemüt so vollkommen mit anderen Dingen, dass für sie kein Raum bleibt und sie verschwinden müssen.“ (TL B. 4, Nr. 149, „Selbstprüfung“, S. 554/5)
Wir müssen diese Ratschläge selbst anwenden, wenn wir in unserem Streben glaubwürdig sein wollen. Nur so erlangen wir auch genügend Verständnis für die Probleme unserer Mitstreiter.

„Ihr habt nicht die Entschuldigung der Unwissenheit, wenn ihr unfähig seid, durch Unterweisung und Beispiel die lebendigen Wahrheiten weiterzuvermitteln, welche euch so großmütig gelehrt wurden. Jedes harte Kritisieren eines anderen, jedes eigensinnige Missverstehen der MOTIVE und Probleme eurer Mitschüler macht euch weniger geeignet, die Rolle zu spielen, die euch in der gegenwärtigen Welttragödie zugeteilt ist; denn ihr müsst diese Rolle als Körperschaft durchführen, wenn überhaupt, und es ist eure Zeit und Mühe wohl wert, dies beständig im Sinn zu behalten.“ (TL B. 5, Nr. 208, „Die bedeutsame Frage“, S.744)


„Wenn ihr (aber) nach Macht, Einfluss und Besitz hungert; wenn ihr dabei glaubt, dieser Hunger entspringe dem selbstlosen MOTIV, der größten Zahl den größten Nutzen zukommen zu lassen, dann seid ihr noch im Glauben befangen, nur euer eigenes ganz privates Lebensschema könne Ordnung in das Chaos der Welt bringen, in dem sie sich eurer Meinung nach befindet. In diesem Fall habt ihr aber noch nicht einmal die erste Voraussetzung für die Kraft und Einsicht erfüllt, durch die ihr Herr über eure eigene Persönlichkeit werden könntet. Es fehlt euch dann noch die Fähigkeit, eine ehrliche Selbstprüfung vorzunehmen und dabei zu entdecken, welche Hindernisse in euch und in anderen überwunden werden müssen. Eine strenge Selbstprüfung wird nämlich gerade die Fehler in euch zutage fördern, mit deren Korrektur bei anderen ihr so eifrig beschäftigt seid. Sie sind bei euch vielleicht nicht ganz so auffällig, aber sie sind jedenfalls da und warten nur auf einen plötzlichen Impuls oder die geeignete Umgebung, um ebenso heftig wie bei anderen hervorzubrechen. Solange ihr nicht bereit und fähig seid, eine schonungslose Selbstprüfung vorzunehmen, eure eigenen Grenzen anzuerkennen und zuzugeben, dass ihr immer wieder Irrtümern erliegt, werdet ihr euch auch nicht genügend anstrengen, euch selbst zu überwinden. Ebenso wenig werdet ihr dann die Ursachen für die Grenzen bei euren Nächsten erkennen und ihnen helfen können, sich zu bessern.“ (TL B. 9, Nr. 445, „Gründe der Selbstprüfung“, S. 62)

Nicht herrschen, dienen ist die Parole.
“Alle Grade des Tempels beruhen auf der Dienstbarkeit, und wenn jemand tiefer in die inneren Grade des Ordens kommt, wird er noch mehr über die absolute Notwendigkeit des Dienstes erfahren. Dienst muss auf der Grundlage des Gehorsams gegenüber dem Gesetz der Zentralisation geleistet werden: Alle arbeiten wie ein Mann zusammen.
„Der Schlüssel lautet: Von-Nutzen-sein, und der Grundton ist: Dienst. Diese beiden sind gleichsam die arbeitenden Hände und Füße des Tempels. Das MOTIV hinter allem ist: Selbstopfer.“
Jedes Leben muss von dem MOTIV bestimmt sein, zu geben, nicht zu nehmen, zu entsagen, nicht sich selbst zu suchen oder die Welt zu erobern. Wenn ein Mensch irgendwo im Leben wahrhaft dienstbar ist, dann ist er im höchsten Sinne nützlich. Arbeit und Nutzen gehen Hand in Hand und bringen wahren Fortschritt.“ (TL B. 8, Nr. 407, „Dienst“, S. 22/3)

Wir sind nicht allein in unseren Bemühungen. Es wird uns stets eine Hand gereicht.
„Je höher ihr steigt, desto mehr werdet ihr eins mit all denen, die schon vor euch den Weg gegangen sind, die euch Stärke und Hilfe verleihen. Ein reines Herz, lautere MOTIVE, vollkommene Liebe zu Gott und zu den Menschen werden euch sicher über die schrecklichsten Abgründe und Irrungen hinwegführen.“ (TL B. 7, Nr. 359, „Spiritueller Sieg“, S. 1212)

Es grüßt Euch wie immer in Liebe
Eure Annegret